Zufällig oder zielstrebig erfolgreich? Mit Mission, Vision und Zielen sowohl als auch!

„Du spürst die Begeisterung in Deinem Körper, wenn Dein Geist immer um Dein Thema kreist.“

Selbständige haben den Weg ins eigene Unternehmertum häufig gewählt, weil sie etwas gestalten und bewegen wollen oder die Freiheit der Selbstbestimmung genießen. Doch wer nicht im Fokus hat, um was es ihm/ihr wirklich geht, springt auf jede Gelegenheit zur Geschäftsanbahnung auf und verzettelt sich schnell. Und dann wird die gewonnene Freiheit eher zur Qual. Das ist nur ein Aspekt, warum es sich nicht nur für die Berufstätigkeit – natürlich auch für Unternehmen und Organisationen – lohnt, die Begriffe Mission, Vision und Ziele zu formulieren, sondern für das ganze Leben wertvoll sind.

Nutzen von Mission, Vision und Ziele setzen

Im ersten Blogbeitrag habe ich einige Definitionen, sprich die Bedeutung der Begriffe Mission, Vision und Ziel zusammengetragen. In diesem Beitrag geht es darum herauszufinden, für was Mission, Vision und Ziele gut sein sollen. Einige der genannten Aspekte stammen aus meiner eigenen Erfahrung, z.B. aus der Moderation von Erfolgsteams und dem Coaching von Personen, die sich beruflich neu orientieren wollen, andere habe ich aus verschiedenen Quellen zusammengetragen.

Der Nutzen eines Mission Statements

Mit der Formulierung eines Mission Statements verfolgst Du eine Leitidee, der Du Dich zugehörig fühlst und die Du verbreiten möchtest. Sie gibt Dir Halt und etwas womit Du Dich identifizieren kannst. Wichtig ist nur, dass Du Dich nicht nur rational dazu bekennst, sondern das Mission Statement mit jeder Faser Deines Körpers lebst. Deshalb ist die Formulierung ein langwieriger und sehr ganzheitlich angelegter Prozess. Und je nach Lebenslage und Erlebnissen wird das Mission Statement im Laufe der Zeit auch neu justiert. Im Idealfall schließt das Statement alle Lebensbereiche (Bsp. Beruf, Familie, Soziales, Spirituelles) bzw. alle Organisationsbereiche (Bsp. Aufgabe der Organisation, Umfeld, Rahmenbedingungen, Soziales) ein. Spannend könnte ich mir ein Mission Statement auch für eine Zweierbeziehung oder eine Familie vorstellen. Was wollen wir gemeinsam verkörpern? Wie wollen wir von Außen wahrgenommen werden? Welche gemeinsamen Leitidee wollen wir verfolgen? … sind ein paar Fragen dazu.

Ein Mission Statement verkörpert zudem den Sinn und Zweck des eigenen Lebens oder der Organisation bzw. des Unternehmens, Bsp. Starbucks „Wir möchten jeden Menschen in jeder Umgebung inspirieren und fördern – Tasse für Tasse, Kaffeetrinker für Kaffeetrinker“. Somit gibt es Orientierung und wirkt wie ein Kompass. Diese Orientierung hat ausstrahlenden Charakter, sie wird in jeder Handlung spürbar.

Die Formulierung eines Mission Statements hat zudem den Vorteil, dass Du Dich mit Deinen eigenen Werten auseinandersetzt und nicht selten kommen verborgene Stärken und Talente ans Tageslicht.

Der Nutzen einer Vision

Ein klares inneres Bild von der Zukunft setzt ungeahnte Kräfte frei und ist eine wahre Motivationsquelle. Am besten lässt sich die visionäre Energie wohl am Beispiel Urlaub nachempfinden: Du hast eine Wunschvorstellung von einem Reiseziel und malst Dir den Aufenthalt dort in den buntesten Farben aus. Vielleicht spürst Du sogar die Sonne auf der Haut oder hast schon Gerüche in der Nase. Und wenn Du an die bevorstehenden Erlebnisse denkst, hilft Dir das, sogar Krisen und Durststrecken bis dorthin zu überstehen oder evtl. sogar Deine Flugangst zu überwinden. Denn durch Dein Wunschbild werden die emotionale Ebene und damit unbewusste Motive (=implizit) angeregt. Wie schön wäre es also, so eine Vision auch für andere Lebensbereiche oder Organisationsbereiche zu haben. Ein Bild vor Augen, für das es sich lohnt, jeden Morgen voller Begeisterung in den Tag zu starten.

„Träume sind die Nahrung auf dem Weg zum Ziel. Ohne Träume verhungert man auf diesem Weg.“ Schriftsteller und Filmregisseur Alexander Kluge in einem brand eins Interview

Gerade bei einer beruflichen Neuorientierung hilft eine Vision bei der Fokussierung auf das Wesentliche. Denn in der heutigen Zeit ist das Angebot an Informationen und sich bietenden Gelegenheiten, die Abwechslung verheißen, riesig. Und wie schnell bist Du schon auf Züge aufgesprungen, die auf ein Abstellgleis oder in eine Sackgasse führten? Deine Vision dient Dir dann als Differenzierungskriterium um zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden.

Das Ausmalen Deiner Vision hat den Vorteil, dass Du Deine Stärken brauchst, um sie verfolgen zu können. Sie helfen Dir, das zu gestalten und umzusetzen, was Du schon vor Dir siehst. Du nimmst Dein Leben in die Hand. Dazu eine Studie:

Wolters Studie

In den 80ziger Jahren führten Psychologiestudenten mit H.P. Wolters eine empirische Studie in verschiedenen Berufsgruppen durch. Sie suchten nach spezifischen Verhaltensweisen, die erfolgreiche Menschen (Manager, Selbständige etc.) von deren Gegenteil unterschied.

Die Ergebnisse der Studie wurden polarisiert, um die Unterschiede besser kenntlich zu machen. Auf keinen der „Versuchspersonen“ trafen „alle“ Merkmale der einen oder anderen Gruppe zu – aber es ließen sich signifikante Gewichtungen feststellen. Die „polarisierten Ergebnisse“ wurden in das Schema „Macher“ und „Konsumenten“ eingeteilt.

Macher Konsumenten
… haben die Fähigkeit Bedürfnisse aufzuschieben. Sie haben gelernt zu warten, bis eine Belohnung „angemessen“ ist. … müssen ihre Bedürfnisse „möglichst schnell“ stillen. Wenn Sie auf eine Belohnung warten müssen, wird sie uninteressant oder wirkt sich negativ auf ihre Stimmungen aus. (z.B. schlechte Laune)
… können sich selbst für einen Erfolg oder eine Anstrengung belohnen. … sind auf die Anerkennung oder das Lob anderer angewiesen. Bleibt das Lob aus, wird eine Sache für sie schnell uninteressant.
… haben gelernt in stressigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Sie interpretieren solche Situationen als „Herausforderungen“. … versuchen Streß oder „Unruhe“ in ihrem Leben zu vermeiden. Sie legen sich Rechtfertigungen zurecht, warum sie etwas nicht können oder nicht wollen.
… übernehmen gern Verantwortung. Auch auf die Gefahr hin, zur Rechenschaft gezogen zu werden, wenn etwas schief geht. … überlassen gerne anderen die Führung. Wenn etwas schief geht, stehen andere im Rampenlicht und können – da man selbst nichts dafür kann – entsprechend „verurteilt werden“.
… können sich auf ein Thema einlassen und es konzentriert bearbeiten. Bei schwierigen Themen bleiben sie solange am Ball, bis sie es verstanden haben. … schweifen gerne ab und können sich nicht lange auf eine Sache konzentrieren. Wird ein Thema als „schwer“ oder „zu komplex“ empfunden, werfen Sie schnell die Flinte ins Korn und versuchen erst gar nicht den Aufwand zu bringen, der für ein Verstehen notwendig wäre.
… setzten sich selbst Ziele und nehmen diese als Ansporn. Sie entwickeln auch bei Umsetzungsproblemen eine erstaunliche Beharrlichkeit, ihr Ziel trotzdem erreichen zu wollen. Sie können begründen, warum ein bestimmtes Ziel für sie – oder ihre Karriere – wichtig und wertvoll ist. … reagieren auf die „Erfordernisse des Alltags“. Ziele ergeben sich aus äußeren Einflüssen wie: Eltern, Schule, Arbeitsstelle o.ä.. Treten Probleme in der Umsetzung auf, neigen sie dazu aufzugeben. Sie können den Sinn und Nutzen kaum aus ihrer eigenen Motivation begründen.

Quelle: https://www.philognosie.net/index.php/course/lessonview/958/

Das Ergebnis: „The winner is always a part of the answer – the loser is always a part of the problem“ (frei übersetzt: Der Macher ist immer ein Teil der Antwort – der Konsument ist ein Teil des Problems.)

Doch der wichtigste Nutzen einer Vision ist wohl, dass die allgemeine Zufriedenheit steigt, weil Du weißt, wofür Du etwas tust und eventuell auch Strapazen und Rückschläge auf Dich nimmst. Mehr noch, häufig wirst Du diese gar nicht mehr als Strapazen oder Rückschläge empfinden, sondern sie umbenennen in Herausforderung, Wegweiser oder  Checkpoints.

Der Nutzen von Zielsetzungen

How to eat an elephant?
Bild: ©Sean Salid 2011

„How to eat an elephant?“ (Wie isst man einen Elefanten?)

So können aus Deiner bildlich angelegten Vision, die zunächst vielleicht als doch zu mächtig erscheint, in verdaubare Happen eingeteilte Ziele werden. Und mit dem Elefantenbild vor Augen, wird auch der erste Handlungsschritt Richtung Vision, das Setzen von Zielen leichter.

Ziele haben den Vorteil, dass sie das zunächst eher emotionale Wunschbild auf rationale und durchdachte Füße stellen. Damit wird die Erfüllung der Vision zur Selbstverpflichtung. Das Aufschreiben der Ziele schafft einen guten Überblick und gibt eine Struktur vor. Sie bilden das Gerüst, damit Du – um im Bild zu bleiben – beim Elefant auch an die Stellen kommst, die nicht so leicht zu erreichen sind.

Während eine Vision nicht unbedingt mit einem feststehenden Datum versehen ist, sind Ziele auf jeden Fall zeitlich begrenzt. Denn sonst läufst Du Gefahr, dass trotz aller Motivation die Vision nie erreicht wird. Betrachte Ziele als Meilensteine auf Deinem Weg. Sie geben Dir die Gelegenheit die Veränderung wahrzunehmen zwischen „vorher“ und „das habe ich schon erreicht“. Wie eine Art Einkaufsliste, kannst Du das erreichte Ziel von Deiner Liste streichen und in Deinen Einkaufswagen packen. Und so füllt sich Dein Wagen nach und nach mit den Dingen, die Dich Deiner Vision näher bringen. Der Unterschied zum tatsächlichen Einkauf ist der, dass Du an der Kasse nicht bezahlst, sondern eine Belohnung in Form Deines erreichten Wunschbildes bekommst;-)

Hast Du ein Ziel einmal schriftlich fixiert, wirst Du merken, wie Du Dich auch gedanklich häufig damit auseinandersetzt. Dein Fokus wird auf das gerichtet, was Dich Deinem Ziel näher bringt und damit legt sich Dir manchmal wie von selbst der Weg dorthin zu Füßen. Diese Erfahrungen haben mir Teammitglieder aus Erfolgsteams geschildert:

  • „Jetzt hat doch tatsächlich genau der Kunde angerufen, den ich schon immer auf meiner Wunschliste hatte, und mich um ein Angebot gebeten.“
  • „Ich habe bei einer Veranstaltung eine Person kennengelernt, mit der ich mir eine gemeinsame Zusammenarbeit gut vorstellen könnte.“
  • „Ein Redakteur von einer für mich interessanten Fachzeitschrift hat mich um einen Fachbeitrag zu dem Thema, welches ich besetzen will, gebeten.“

Jede/jeder, die/der sich schon einmal mit dem eigenen Mission Statement oder dem Ausmalen einer Vision und dem Setzen eines Ziels beschäftigt hat, wird die Erfahrung gemacht haben, dass es gar nicht so einfach ist, sie „wohlgeformt“ und stimmig zu formulieren. Durch einfühlsame und strukturierte Fragen unterstütze ich Dich gerne dabei.

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