Raus aus dem Kopf, rein in den Körper – Kurze Auszeit – Meine Erfahrung

Zu Beginn des Jahres 2018 hatte ich mich gefragt, was ich mir in Sachen Gesundheit in diesem Jahr Gutes tun will. Neben meinen sportlichen Aktivitäten, wie tägliches Walken oder wöchentliches Pilatestraining, wollte ich mir auch eine innere Körperpflege angedeihen lassen, sprich eine kurze Auszeit vom Alltag nehmen.

Kurze Auszeit beim Yoga Retreat

Dazu fiel mir spontan ein Yoga Retreat ein, obwohl ich mich bisher nie intensiv mit Yoga beschäftigt habe. Ich folgte diesem spontanen Impuls, machte mich direkt auf die Suche im Web und fragte Yoga-affine Bekannte. Doch ähnlich wie bei der beruflichen Neuorientierung stellte ich wieder einmal fest, dass man sich zuvor ein paar persönliche Wegweiser setzen sollte, damit die eigenen Erwartungen auch wirklich erfüllt werden. Also stellte ich mir zunächst die folgenden Fragen und beantwortete sie sogleich:

  • Wo? In Deutschland
  • Wie lang? Maximal eine Woche
  • Wie viel Yoga-Einheiten pro Tag? Mindestens 2 plus Meditation
  • Was noch? Wellness- bzw. Massage im Angebot
  • Wie teuer? Maximal 700 Euro

Dank meines groben Wegweiser-Katalogs fiel mir die Auswahl leicht, denn viele Hotels bieten zwar Yoga Retreats an, doch die meisten nur eine Yoga Einheit pro Tag. Oder es sind teure 4 – 5 Sterne Hotels oder, oder, oder …. Ich entschied mich für das Angebot von fit Reisen bei Yoga Vidya in Horn-Bad Meinberg, denn es erfüllte alle meine Parameter. Die 5-Tage-Woche in Europas größtem Yoga-Seminarhaus für heilsame Ferien versprach mir die gewünschte kurze Auszeit und ich buchte, ohne im Detail zu wissen, was mich dort erwarten würde.

Ein forderndes Tages-Programm

Mitte Juni, ziemlich ausgelaugt von allerlei Aktivitäten, die mich viel Energie gekostet hatten, und mit schmerzendem Rücken machte ich mich mit dem Zug auf den Weg. Mein Motto für die kurze Auszeit lautete: Raus aus dem Kopf, rein in den Körper. Erster Bestandteil dieses Mottos war es, dass ich mein Smartphone in den Safe meines Zimmers schloss und sämtlichen Kontakt zur Außenwelt abbrach. Mich offen und neugierig auf das Angebot einlassen, war der zweite Bestandteil.

Wie sich herausstellte, war ich einem in ehemaligen Kurklinik-Gebäuden untergebrachten Ashram (ein klosterähnliches Meditationszentrum) gelandet. Direkt am ersten Abend ging es nach dem Abendessen (vegane Küche) mit einer generellen Einführung in die Abläufe und Struktur des Hauses und einer Einführungsmeditation los. Mein tägliches Programm sah so aus:

7 Uhr Meditieren – 7:30 Uhr Satsang (Mantra singen in Sanskrit) – 8 Uhr Walken – 9:15 Yoga Übungen und Atemtechniken – 11 Uhr Brunch – 12:30 Uhr Tagesangebot (z.B. Kunst, Tanz, Walken) – 13:30 Uhr Freie Zeit – 16:15 Uhr Yoga Übungen – 18 Uhr Abendessen – 20 Uhr Meditieren – 20:30 Uhr Satsang – 21:00 Uhr Tiefenentspannung, Klangreise, Konzert oder Vortrag – Von 22:45 Uhr bis 7 Uhr morgens schweigen.

Wozu brauche ich ein Mantra?

Ich ließ mich auf das Programm ein und erntete tatsächlich Kopf-Freiheit. Ich schaltete total ab und achtete hauptsächlich auf meinem Körper. Nur die Frage, wie mein Mantra lauten könnte, beschäftigte mich. Als ich bei Yoga Vidya ankam, hatte ich nur die Yoga Übungen eingeplant und wusste nicht einmal, dass mir ein Mantra guttun würde, geschweige denn, was es mir bringen sollte. Mit jedem Tag, den ich dort verbrachte, wuchs in mir die Idee und der Wunsch, mein eigenes Meditationsmantra entstehen zu lassen. Und es entstand tatsächlich an einer Stelle, die mir dafür Raum gab. An einem Abend zum Ende der fünf Tage hatte ich mich zu einer Klangmeditation begeben. Es stellte sich heraus, dass außer dem anleitenden Yogi und mir nur noch eine weitere Teilnehmerin im Raum war. Der Yogi machte das Licht aus, sagte dreimal Om und das war’s. Kein Klang, keine Anleitung, stattdessen 30 Minuten Stille. Aus meiner NLP Ausbildung weiß ich, dass eine stumme, an sich selbst gerichtete Frage, die in einem festen Zeitrahmen beantwortet werden soll, sehr bereichernd sein kann. Und so wartete ich – nachdem ich eine einigermaßen bequeme Haltung im Yoga-Sitz gefunden hatte – auf das, was mir das Universum oder mein Körper mitteilen wollten. Diese ungewollte stille Meditation erscheint mir heute wie ein Wendepunkt in meiner Lebenseinstellung.

"Für die Gefühle gelten nicht die vom Verstand gemachten Vorschriften. Die Logik lässt uns in unseren Wünschen nicht wählen. Sie ist der Terror des Verstandes gegen unsere Empfindungen. Unsere Empfindungen sind unsere gelebte Wahrheit, die Boten unserer Freiheit. Durch sie wissen wir, dass wir wählen können." Uwe Timm, aus dem Buch Ikarien

Ja, es wirkt tatsächlich!

Mein Mantra hat mich tatsächlich gefunden. Ich erspüre es mit jeder Phase meines Körpers (nur so kann es auch wirken) und teile es Euch gerne mit: Ich lasse los und erleichtere mir mein Leben.

Ich wiederhole dieses Mantra laut, nicht nur bei meiner täglichen Meditation, sondern z.B. auch beim Autofahren (dann bleiben die Augen natürlich auf;-), in unterschiedlicher Lautstärke, Geschwindigkeit, Tonlage und Betonung.

Vor meiner kurzen Auszeit hatte ich häufig Rückenschmerzen. Auch sie habe ich losgelassen und fühle mich seitdem leichter und weitestgehend schmerzfrei!

Ich spüre allmählich, dass mir mein Mantra in vielen Situationen hilft, in denen ich eine andere Sichtweise habe, als meine Gesprächspartner. Das Mantra schießt mir dann häufig vom Körper in den Kopf und hilft mir dabei meine Sichtweise loszulassen.

Doch die schönste damit verbundene Erfahrung ist diese: Ich habe das angestrengte „Ich muss mir Maßnahmen überlegen, wie ich mein Kartenspiel ‚Wandelwillig?!‘ besser verkaufe und neue Coaching-Klienten gewinne“ losgelassen. Und was ist passiert? Seitdem verkaufe ich über den Webshop wöchentlich Kartenspiele. Und die ersten neuen Coaching-Anfragen trudeln auch gerade ein.

Mein Fazit zur kurzen Auszeit im Yoga Ashram

Auch wenn ich nach meiner gemachten Erfahrung einigen Aktivitäten und Anleitungen skeptisch gegenüberstehe und mir manches zu träge war, konnte ich mich gut auf die meisten Angebote einlassen. Es fiel mir schon deshalb leicht, weil die Yoga- und MeditationslehrerInnen täglich wechselten. Wirklich hilfreich war es, dass ich mich vorher nicht allzu viel mit dem Angebot vor Ort beschäftigt hatte, sondern es auf mich zukommen ließ. Vielleicht war mein Mantra schon wirksam bevor ich es benennen konnte. Der Verzicht auf den Kontakt zur Außenwelt war meines Erachtens der Schlüssel zum wirklichen Eintauchen in eine für mich neue spirituelle Welt.

Das Wort Ashram bedeutet „Ort der Anstrengung“. Für mich hat die „Anstrengung“ an diesem Ort genau zum Gegenteil geführt. Ich werde eine Woche Yoga Retreat in meiner zukünftigen Jahresplanung als kurze Auszeit berücksichtigen und mich überraschen lassen, von dem, was kommt.

Bist Du auf der Suche und kommst mit Deinem Verstand nicht weiter? Oder hast Du eine Vorstellung von etwas, was sich nicht erfüllt? Vielleicht hilft auch Dir eine kurze Auszeit oder regelmäßiges Meditieren oder ein Mantra. Gerne leite ich Dich an und begleite Dich.

Ein Gedanke zu „Raus aus dem Kopf, rein in den Körper – Kurze Auszeit – Meine Erfahrung

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