Alles neu macht der Mai oder was ist schon da?!

Der Wonnemonat Mai hat begonnen und mit ihm scheint in Anlehnung an das Erblühen in der Natur ein leichterer Neuanfang möglich. Die einem Lied von Hermann Adam von Kamp entnommene Redewendung „Alles neu macht der Mai“, die er um 1820 schrieb, lässt auch heute noch das Gefühl von Aufbruchstimmung und Neuanfang entstehen. Doch wollen wir wirklich alles erneuern? Welche vielen guten Dingen haben wir schon in unserem Leben, die wir uns bewahren können? Was genau willst Du verändern?

Die Frühlingsenergie richtig lenken

Ja, es geht auch mir so, dass ich mit dem Ergrünen in der Natur ein inneres Erblühen und neue Energie verspüre. Beim Frühjahrsputz krieche ich in die letzten Ecken, um den Staub des vergangenen Jahres loszuwerden. Ich sortiere Winterklamotten aus und hole die bunten Sommerkleider zum Vorschein. Neue Ideen, was ich beruflich verwirklichen möchte, sprießen und meine Freude am Lernen hat im Moment Hochkonjunktur.

An den wachsenden Coaching-Anfragen merke ich, dass die Frühlingsstimmung auch bei Personen zu finden ist, die beruflich neue Wege einschlagen wollen. „Jetzt ist die Zeit reif für einen Wechsel.“ oder „Ich möchte alles hinschmeißen.“ oder „So kann es nicht weitergehen.“, höre ich fast bei jedem Erstgespräch. Meine Fragen daraufhin lauten:

  • Warum ist gerade jetzt die Zeit reif für den Wandel?
  • Welches Ergebnis versprichst Du Dir davon?
  • Was genau willst Du verändern und soll künftig besser sein als jetzt?
  • Wenn Du sagst, Du möchtest alles hinschmeißen, meinst Du damit wirklich ALLES? Oder was darf bleiben?
  • Wenn Du sagst, so kann es nicht weitergehen, was stellst Du Dir stattdessen vor?

Diese und andere Fragen helfen meinen Coachees ihr Anliegen zu spezifizieren und zu kanalisieren. So können wir in den kommenden Coaching-Einheiten ihre Veränderungsenergie in die für sie bestmöglichen Bahnen lenken und aus dem „Alles neu“ ein überschaubares „Erst mal definieren, was mit neu gemeint ist und mal sehen was folgt“ machen. Das ist für die Coachees sehr entlastend.

Das Ferne liegt so nah

Häufig stellt sich während des Coaching-Prozesses heraus, dass die berufliche Veränderung ein gar nicht so weit weg liegender Schritt vom bisher Vorhandenen ist. Daher lautet eine meiner ersten Fragen an die Coachees „Was läuft im Moment gut in Deinem Leben und in Deinem Job und soll auf jeden Fall so bleiben, wie es ist?“. So lenke ich die Wahrnehmung auf die Aspekte, die sich im Leben bereits als wertvoll darstellen und verankert sind. Diese müssen schon mal nicht neu definiert werden und geben Sicherheit für die Schritte ins Unbekannte.

Als nächstes klären wir, auf welcher Ebene die/der Coachee beruflich unzufrieden ist. „Geht es Dir beim Wandel um Dein Umfeld, sprich um den Ort, die Arbeitszeit, die Branche, die Kollegen oder die Führungskraft? Was davon passt nicht mehr? Oder bist Du mit Deiner Tätigkeit unter- oder überfordert? Kannst Du Deine Fähigkeiten und Talente nicht so einsetzen, wie Du es gerne tätest? Wie empfindest Du die Arbeitsbedingungen? In welcher Weise sind Deine Werte mit denen des Unternehmens vereinbar? Inwieweit entspricht Deine Rolle im Unternehmen Deiner Identität? Passt das noch zusammen? Oder stellst Du Dir generell die Frage nach Deinem Sinn und Zweck in Deinem Leben?“

Der Grad der Veränderung ist abhängig von der Ebene

Abhängig von den Antworten zu obigen Fragen ist manchmal schon eine kleine Veränderung völlig ausreichend. So kann sich beispielsweise herausstellen, dass die Firma und die Kollegen super sind, aber die räumliche Arbeitssituation eine Belastung ist. Hier kann mit einem Umzug oder einer Veränderung der Raumsituation schnell Abhilfe geschaffen werden.

Bei einer Unter- oder Überforderung arbeiten wir die Fähigkeiten und Talente heraus und prüfen dann beispielsweise, an welcher anderen Stelle im Unternehmen diese besser zum Tragen kommen könnten. Anschließend kann die/der Coachee zur Personalabteilung gehen, die eigene Lernbereitschaft signalisieren und auch im Sinne der unternehmerischen Personalentwicklung um einen anderen Aufgabenbereich bitten.

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Wenn die eigenen Wertvorstellung von denen des Unternehmens abweichen, die Tätigkeit aber die richtige ist, dann steht eine größere Veränderung an. Hier empfiehlt sich der Wechsel zu einem Unternehmen, dass die eigenen Werte vertritt. An dieser Stelle kannst Du Dich ja mal fragen, was Deine aktuellen Werte sind. Denn Werte verändern sich im Laufe eines Lebens. Vor fast 20 Jahren war ich beispielsweise über einen langen Zeitraum bei einem Chemielogistik-Unternehmen beschäftigt. Damals waren mir Leistung und Anerkennung sehr wichtig. Mit meinem heutigen Wert „Erhalt einer menschenfreundliche Erde“ könnte ich einen Arbeitsplatz in der Chemiebranche nicht mehr vereinbaren.

Der Job muss zu Dir passen. Nicht Du musst Dich passend für den Job machen.

Christiane Karsch

Der höchste Grad der beruflichen Neuorientierung liegt in der Frage „Welche Tätigkeit verschafft mir das Gefühl wirklich gebraucht zu werden?“ oder ganz einfach „Was ist für mich eine sinnvolle und zufriedenstellende Arbeit?“ Mit diesem Anliegen kommen die meisten Coachees zu mir. Manche fangen an, sich das erste Mal mit dieser Frage zu beschäftigen. Andere haben schon erste Ideen. Und einige wissen eigentlich ganz genau, was ihre sinnvolle Aufgabe ist, trauen sich jedoch nicht, sie wahr werden zu lassen.

Wo stehst Du gerade? An welcher Stelle könntest Du Unterstützung gebrauchen, um Freude und Energie in Deinen Berufsalltag zu bringen? Melde Dich gerne!

Personen, die sich beruflich verändert haben und nun sehr zufrieden sind:

Karen Löhnert ist Gründerin, Inhaberin und Geschäftsführerin von sleeperoo

Elke Dieterich ist Gründerin und Inhaberin von Manager für Menschen

Monika Glausch ist Heilpraktikerin mit einer eigenen Praxis für Ortho-Bionomy

Ferhat Bouda ist erfolgreicher Fotograf für Reportagen


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